Geschichtliche Materialsammlung

- Chronologische Zeittafel -


17. Jahrhundert

Diemantstein wurde im späteren 17. Jahrhundert zur katholischen Religion zurückgeführt.


1700 - 1750

Zwischen 1700 und 1750 erhielt Diemantstein eine eigene Schule.


1706

Adam und Johann Christoph von und zu Diemantstein wurden mit Diplom vom 22. März 1706 in den Reichsgrafenstand erhoben.


1708

Die Herren vom Stain bzw. Diemantstein wurden in den Grafenstand erhoben.


1711

Unter Graf Adam erwarb sich Diemantstein das selbstständige Pfarrrecht .


1712

Die Herren von Stein auf Diemantstein (zunächst Diemenstain) wurden in den Freiherrnstand erhoben.


1730

Die Herren von Diemantstein starben aus. Die Herrschaft fiel an Verwandte der Grafen. Während der folgenden Erbstreitigkeiten kam es im Schloss sogar zu blutigen Auseinandersetzungen der streitenden Parteien.


1756

Das Rittergut Diemantstein wurde an einen Freiherrn von Schauenfels verkauft.

Ein blutiger Tag auf der Feste Diemenstein
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts war die Herrschaft Diemenstein in den Händen der Elsterschen Erben. Diese „fremdländischen Verwandten“ stritten sich in ärgerlicher Weise um den Besitz. Die Meinung des Volkes ließ in dem jetzt unheimlich gewordenen Schloss die dunkelsten Taten geschehen.
Den Höhepunkt erreichten die Streitigkeiten der Erben im Jahre 1756, als die schon längster zwischen Antonie von Elster und dem kurkölnischen Oberstleutnant von Contardini, der eine Elstersche Tochter zur Frau hatte, mit Erbitterung geführte Fehde in einen offenen Kampf ausartete, dessen Schauplatz die Feste Diemenstein wurde. Contardini hatte bayerische Soldaten ins Schloss gelegt, um seine Forderungen mit Gewalt durchzusetzen; Antonie von Elster aber versuchte mit Hilfe öttingischer Streitkräfte (Kreistruppen) den Gegner aus seiner Stellung zu vertreiben.
Den blutigen Hergang erzählt uns ausführlich die Kloster Deggingensche Chronik. Der Chronist übt an den siegreichen Bayern beißende Kritik und gibt insbesondere seiner Freude darüber Ausdruck, dass der Anführer der bayerischen Soldaten trotz seines Erfolges den nach seiner Ansicht wohlverdienten Lohn empfing
Die Chronik berichtet also: „ Es verdient angemerkt zu werden ein kleiner Krieg oder Scharmützel, welcher sich den 25. Mai 1756 zu Diemenstein zugetragen. Es waren allda versammelt die Erben der Elsterschen Güter, und weilen dieselben sich niemalen haben wohl miteinander vereinigen können, also wollte Herr Rittmeister (gemeint ist von Contardini), einer der Erben, mit Gewalt erzwingen, was er mit guten Worten nit konnte erlangen. Er erhielt darzu sechs oder sieben bayerische Soldaten von Wemdingen aus und mit diesen besetzte er das Schloss zu Diemantstein.
Die übrigen Erben wollten Gewalt mit Gewalt abtreiben und erhielten vom Herrn Grafen zu Wallerstein Exzellenz zu ihrem Schutz vierzig Mann unter Anführung des Herrn Baron von Welden. Diese wollten sich mit Gewalt den Weg in das Schloss eröffnen und die darin befindlichen ungeladenen Gäste gefangen nehmen oder herausjagen. Allein als das Tor eröffnet war und diese hineindringen wollten, schossen die in Besatzung liegenden bayerischen Soldaten auf die hereindringenden mit so glücklichen Erfolg, dass einer totgeschossen, etliche aber hart blessiert worden, aus welchen nachmalen drei ein ihren Wunden gestorben sind. Auf solchen unhöflichen Willkommen liefen die übrigen davon und hatten keine Lust mehr, die Belagerung fortzusetzen und also hatte dieser Krieg ein End.“
„Zuletzt ist dieses noch anzumerken, dass, als das Geschrei von Diemantstein hereingekommen, als wollten alle einander umbringen, man sollte um Hilfe kommen, in unserem Kloster Sturm sei geschlagen worden“.


1758

Am 12. Juni 1758 erwarb das Reichsstift St. Ulrich und Afra in Augsburg das Rittergut Diemantstein um den Preis von 166000 Gulden.

Das Stift St. Ulrich und Afra führte nach dem Kauf des Ritterguts Diemantstein die Bevölkerung wieder zum katholischen Glauben zurück und ließ Schloss, Kirche und Pfarrhof neu erbauen. Daran erinnert die im oberen Bräuhaustor eingelassene Jahreszahl 1763.


1761

Die Pfarrkirche St. Ottilia wurde an Stelle der Schlosskapelle St. Ottilia durch das Reichsstift St. Ulrich und Afra in Augsburg von Grund auf neu gebaut. Es ist der westliche Teil der heutigen Kirche mit dem Altar.

Die Altäre wurden nach dem Bau al fresco in die Nischen des Chores und des Vorjoches gemalt, wohl von Matthäus Günther von dessen Hand der Entwurf zu einem Deckenbild für Diemantstein erhalten ist. Die Fresken der Altarstellen wurden später übermalt, aber 1952/53 bei der Renovierung wieder freigelegt und restauriert.


1777

Nachdem das Reichsstift St. Ulrich und Afra von Augsburg in Diemantstein Schloss, Kirche und Pfarrhaus neu gebaut hatte, musste es wegen der gegenwärtigen unglücklichen Umstände des Reichsgotteshauses das Besitztum an den Fürsten Kraft Ernst von Oettingen-Wallerstein verkaufen.
Die Grafen von Oettingen-Wallerstein wurden durch diese zusätzliche Erwerbung fast zum alleinigen Gerichts- und Grundherrn im mittleren Kesseltal. Sie errichteten in Diemantstein ein Lehen- und Allodialverwalteramt für ihren Besitz zu Diemantstein, Hochdorf, Leiheim, Maushof, Oberliezheim, Tuifstädt, Unterringingen und Warnhofen, welches im Jahres 1807 dem Justizamt Bissingen einverleibt wurde.

Die Ritterherrschaft Diemantstein, die bereits seit dem 13. Jahrhundert teilweise aus Oettingenschen Lehen bestanden hatte, fiel an die mittlerweile gefürsteten Oettingen-Wallersteiner.

Das Haus Oettingen-Wallerstein besitzt noch einen Großteil des Grundes in Diemantstein. Das Diemantsteiner Bräuhaus ist eine fürstliche Domäne.

Zwei Wappensteine im Kirchenraum von Diemantstein bewahren bis heute das Andenken an das Adelsgeschlecht derer von Diemantstein.