Geschichtliche Materialsammlung

- Chronologische Zeittafel -


1805

Am 06.10.1805, zwei Tage vor dem Gefecht bei Wertingen zwischen Franzosen und Österreichern zu Beginn des sog. Dritten Koalitionskrieges, lagerte die Armee Napoleons bei Diemantstein. Sie kam von Göppingen über Giengen und Heidenheim und überquerte am folgenden Tag bei Münster und Donauwörth die Donau.


1813

Im Jahr 1813 bestand Diemantstein aus 67 Wohnhäusern.


1826

Die ehemalige Burg wurde abgebrochen. Auf ihrem Platz stehen das heutige Pfarrhaus und die Kirche St. Ottilia. Erhalten ist die Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden.


1860

Im Bräuhaus war im Nordbau auch die Mesnerwohnung eingebaut. Der Mesner wurde nach Einführung des Schulzwangs in Bayern Lehrer; so wurde aus der Mesnerwohnung die Lehrerwohnung. Darin wurde auch bis 1860 Schule gehalten. In den 60-er Jahren wurde dann der alte Schulsaal im Südwestflügel des Wirtschaftsgebäudes der Domäne gebaut.


1861

Aus dem Physikatsbericht des Landgerichts Bissingen des königlichen Gerichtsarztes Dr. Kaufmann
„Wenn man den Lauf des Kesselflusses von Unterringingen aus nach Osten verfolgt, gelangt man nach einem halbstündigen Marsch nach dem Dorf Diemantstein. Dieses Dorf ist stark bevölkert und zählt 514 Einwohner, die mit Ausnahme von drei Familien kath. Religion sind. Die Einwohner sind sehr arm, was wohl davon herkommt, dass das fürstliche Haus Wallerstein den ganzen guten Grund und Boden der Gemeinde besitzt. Die Einwohner sind auf sehr geringen Grundbesitz angewiesen, oder ganz ohne Besitz und Eigentum suchen sich daher auswärts durch Handel und auf andere erlaubte und unerlaubte Weise sich ihr Brot zu erwerben.
Diemantstein hat eine schön romantische Lage und verbreitet sich über zwei Anhöhen. Diemantstein - Diemcoosstein - Diemannstein (die Mann am Stein) beherbergte ehemals ein ritterliches Geschlecht in seinen Mauern. Schon im Jahre 1430 kommt ein Frank von Stein zu Diemantstein vor. Als die Stein im Jahre 1730 ausstarben, kam der Ort an die von Leutrum, dann an die Gräfin von Schoenburg, deren Erben i. J. 1756 Diemantstein an den Ausbachischen Rath von Schauenfels, dessen Erben 1757 um 166000 fl. (Gulden) an das Stift St. Ulrich in Augsburg und letzteres den Ort und Herrschaft an den Fürsten von Oettingen Wallerstein verkaufte.
Es hatte daher Diemantstein einen häufigen Herrenwechsel zu bestehen. Dieser Ort ist durch seine verschiedenartig zusammengewürfelte Einwohnerschaft merkwürdig geworden. Leute aus aller Herren Länder haben sich dahin angesiedelt. Fast alle Einwohner sind herumhausierende Landkrämer, treiben sich fast das ganze Jahr in der weiten Welt herum, sich auf die verschiedenartigste Weise den Lebensunterhalt verdienend.


1862

Bis 1862 gehörte Diemantstein zum Landgericht Bissingen. Dann wurde dieses aufgelöst. Diemantstein kam zum Landgericht Höchstädt.


1871

Der Turm der Pfarrkirche stürzte ein.


1876

Das Langhaus der Kirche wurde um mehr als die Hälfte nach Osten verlängert, der Turm wieder neu gebaut (der kleine Turm auf der Ostseite über dem Eingang zur Kirche).


1879

Eine Orgel für St. Ottilia wurde beschafft.


1887

Der Lauinger Seminarschullehrer Otto Hofmiller berichtet in seiner Topographisch historischen Beschreibung des Kgl. Bezirksamts Dillingen

Diemantstein, 499,8 m über d. Nordsee;
„Diemantstein“ war in alter Zeit ein einsames Schloss, ein Stein, auf einem Felsenvorsprung über der Kessel gelegen. Die Ansiedlung von Häusern stammt aus späterer Zeit.
Diemantstein zählt 104 Häuser und 538 Einwohner, welche größtenteils ohne Grundbesitz sind und sich durch allerlei Kleinhandel auswärts Erwerb verschaffen. Diemantstein ist 13 km vom Amtsgerichtssitz (Höchstädt) und 19 km vom Bezirksamtssitz (Dillingen) entfernt.